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That´s me

Alles auf Anfang

Nach etlichen Monaten, die selten mit Kreativität gefüllt waren, bin ich nun endlich angekommen und kann meine Finger wieder über die Tasten schweifen lassen.

Alles neu. Alles auf Anfang. Es war Zeit für einen Neuanfang, also auf nach Berlin. Leichter gesagt als getan. Der Wohnungsmarkt in meiner geliebten Stadt ist eine Katastrophe. Nicht nur, dass die Mieten in den letzten sieben Jahren um 70% gestiegen sind, auch die Nachfrage wird immer größer. So kam es, dass ich mir die Wohnungen teils mit 80 bis 100 Mitbewerbern anschauen durfte und die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg eher als gering eingeschätzt wurde. Durch Glück, Können, Mühe, ich weiß nicht wodurch, habe ich jedoch eine Traumwohnung in Friedrichshain ergattern können und lebe nun seit fast zwei Monaten mit meiner liebsten Mitbewohnerin in einer hübschen Altbau 2-Zimmer Wohnung.

Die ersten Wochen waren anders. Berlin ist anders. Berlin ist so groß und vielfältig, so alternativ und voller Chancen, Berlin ist so Berlin.

Nachdem also die ersten Herausforderungen wie Anmelden, Waschmaschine kaufen etc. überwunden waren, wartete die nächste: Hallo Unileben.

Ich habe das Glück, dieses Jahr mein Studium an der Humboldt Universität zu Berlin in den Fächern Evangelische Theologie und Deutsch zu beginnen. Glück, weil sich mir viele neue Möglichkeiten aufzeigen, ich jetzt schon unglaublich tolle Leute kennengelernt habe und mit voller Vorfreude auf die nächsten drei Jahre schauen kann. Aber wie gesagt, es stellt für mich auch eine Herausforderung dar. Nun werde ich nicht mehr -wie sagt man doch so schön – „an die Hand genommen“. Ab jetzt funktioniert alles in Eigenarbeit. Wie ich meinen Stundenplan erstelle oder mich nicht durchgehend auf dem riesigem Campus verlaufe, kann mir nach der Einführungswoche erst einmal keiner mehr sagen. Aber alles halb so wild, ich steh mit diesen anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten ja nicht alleine da. Mit großer Spannung, aber guter Hoffnungen geht es nun also los. Auf in das Studentenleben!!

Bis bald,

Eure Riri

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Dearly Departed

Ich nehme auf meinem Sitz am Notausgang Platz, schnalle mich an und warte, bis der gigantische Airbus auf die Startbahn rollt. Die Getriebe werden lauter und mit einem Schub geht es vorwärts, eine Minute später schweben wir über Vancouver.

Ich muss zurück nach Hause. Ich muss das Land meiner Träume verlassen. Nach dem deliziösen Pasta-Abendessen stelle ich meine Rückenlehne zurück und schließe die Augen.

Vor mir Berge und Seen, als ich meinen Blick in der Umgebung schweifen lasse. Es sieht fast wie der Banff Nationalpark aus, nur bin ich hier ganz allein. Nur ich. Ich allein. Das einzige Geräusch ist der Wind, der vorsichtig durch meine Haare zischt. Hinter mir raschelt es im Gebüsch, ich drehe mich um, ein kleiner Grislibär sitzt ein paar Meter von mir entfernt und macht sich über rote Beeren her.

Ich beginne zu laufen und auf einmal verändert sich meine Umgebung. Plötzlich befinde ich mich mitten in Vancouver, links und rechts küssen die Gebäudegiganten den Himmel. Wenige Schritte weiter stehe ich vor dem Parlament in Victoria. Es ist Nacht und das Gebäude leuchtet wie ein Prinzessinnen Schloss. Jemand hält meine Hand, doch als ich gucken will, wer es ist, falle ich ins Wasser. Das kalte Nass dringt in meinen Neoprenanzug ein, ich tauche auf und mein Surfbrett treibt neben mir auf der Welle. Tofino!
Noch ganz nass steige ich am Long Beach auf mein Fahrrad und radle los. Die Reifen drehen sich schneller und schneller, mein Gefährt verwandelt sich zu einer Achterbahn, die mitten durch die West Edmonton Mall rast. Mit lautem Geschrei düse ich an einem botanischen Garten vorbei, unter mir ein paar Segway Fahrer, neben mir sitzt eine Lady, die wie im 19. Jahrhundert gekleidet ist. Sie muss aus dem Fort Edmontonpark kommen.
Nach dem letzten Looping sitze ich auf einmal in 80 Metern Höhe auf einer Glasscheibe über den Dächern von Calgary. Ich sehe die Skyline, das Badland, in dem ein paar Dinosaurier ihr Unwesen treiben und auch Spruce Meadows, die größten Reitanlage der Welt. Ich dreh mich vor Freude einmal um mich selbst und die Gebäude werden zu Bergen. Ich bin wieder in den Rocky Mountains, dieses Mal aber hoch oben auf einem dieser Giganten. Um den Felsen kommt mein Reisepartner geklettert. Er hat zwei Äpfel in der Hand, reicht mir einen und ich spüre, wie gut mir der kleine Snack vor dieser Aussicht tut. Ich lasse mich zurück fallen, um in den wolkenlosen Himmel zu blicken. Erster Wimpernschlag. Zweiter Wimpernschlag. Es wird dunkel.

Ich wache langsam auf. Musste das Land meiner Träume verlassen. Ich fliege nach Hause.

Das war mal ein etwas anderer „Bericht“. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat, mich auf meiner Traumreise zu begleiten. Zum Abschluss sollte ich noch sagen, dass es nicht so ist, dass ich mich nicht auf zu Hause freue! Ich kann es kaum abwarten, mein kleines Kaninchen endlich wieder in den Arm zu nehmen, meine beste Freundin wieder zu sehen und einen Mädelsabend mit meiner Mami zu planen. Dennoch ist irgendwo dieses ungute Gefühl im Bauch. Aber wie gesagt, Pläne werden geschmiedet, ich sage nur Auf Wiedersehen.

Wenn ihr das hier gerade liest, bin ich schon einen Tag zu Hause und bereite mich gerade auf den Abiball meiner besten Freundin vor. Warum das Geheimnis? Ich habe es geschafft, sie neun Wochen lang anzulügen, dass ich erst nach ihrem Abiball aus Kanada zurück kommen werde. Die Arme ist todtraurig, dass ich nicht zu ihrem Abiball kommen kann. Wenn die wüsste 🙂 Ich freu mich gleich auf ihr Gesicht, wenn ich sie überrasche!

Liebe Grüße

Eure Riri

Happy Canada Day!!

9055006C-1716-4B0E-90F9-8837D20F15B1.jpgWir hatten das Glück, den 150sten Geburtstag von diesem wundervollen Land mit tausenden von Leuten zu feiern.

Ich kannte den Canada Day vorher noch nicht und als ich einen Freund fragte, was denn hier an dem Tag so los sei, erhielt ich als Antwort „the whole country is partying!!“. Juhuuuu, dachte ich mir. Durch verschiedene Gründe sind wir dieses Wochenende auch noch in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia.

Für meine Kieler Freunde: Ihr müsst euch das Event wie die Kieler Woche vorstellen, nur halt alles in einen Tag gepresst. Der absolute Wahnsinn. Sooo viele Menschen, alle in rot-weiß, feiern an diesem Tag ihr Land. Dieses Jahr noch besonders heftig, denn es ist der 150ste Geburtstag. Bühnen, Foodtrucks und natürlich ein Feuerwerk am Ende!

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Wir waren tatsächlich auch den ganzen Tag in der Stadt unterwegs, haben mit den Kanadiern (und den ganzen anderen Leuten aus unterschiedlichsten Ländern) dieses wunderschöne Land bei purem Sonnenschein gefeiert.

Das Abschlussfeuerwerk war etwas ganz Besonderes. Nicht nur für die Kanadier, sondern auch für mich persönlich, denn meine Traumreise neigt sich ebenso langsam dem Abschluss  zu. Während dann die Luft mit rot-weißem Glitzer gefüllt wurde, liefen mir die letzten zwei Monate wie ein kleiner Film durch den Kopf. Ich musste so doll lachen, habe mich so gefreut, bin so glücklich, dass ich zwei kleine Freudentränen vergossen habe. Der Moment hat mich einfach überwältigt.

Gestern ist mir klar geworden, dass ich mich nächste Woche nicht von Kanada verabschieden und alles hinter mir lassen kann. Ich fühle mich hier zu wohl, vielleicht sogar wohler als in Deutschland. Pläne werden also gerade geschmiedet.. aber die bleiben erst einmal noch geheim 🙂

Liebe Grüße

Eure Riri

 

Rocky Review

Sieben Tage, sieben ganz wundervolle Tage haben wir im Banff National Park in den Rocky Mountains verbracht und ich habe jeden in vollen Zügen genossen.

Die Rockies sind nicht einfach nur Berge. Es sind Natur-Giganten, Phänomene, die dir den Atem rauben. Vom ersten bis zum letzten Atemzug genießt du die Luft, die Ruhe. Ich habe selten eine so schöne Natur gesehen.

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Es sind aber nicht nur die Berge, die dich von allen Seiten umringen. Es ist vor allem die Natur mit ihrem Leben. Ob die Bäume oder die Vielzahl an Tieren, die Natur verzaubert dich jeden Tag aufs Neue.

Wir haben hier zwei große Berge bestiegen (ca 2500 Höhenmeter). Ich gebe zu, dass ich beim ersten Aufstieg am Ende beinahe gestorben bin. Die dünne Luft, der Schmerz in Lunge und Oberschenkeln. Endlich oben angekommen habe ich mich jedoch flach auf den schmalen Grad gelegt, den Schnee in der Luft über meinen Rücken düsen lassen und eine kleine Freudenträne ins Tal fallen lassen. Das Gefühl, nach zwei Stunden „Qual“ oben angelangt zu sein und einen Blick bis ins Unendliche zu haben, hat mich so überwältigt. Der zweite Berg war etwas mehr auf Touristen ausgerichtet, also über einen relativ einfachen Ziehweg zu erklimmen. Aber auch dort konnte ich mein Grinsen nicht zurückhalten, die Aussicht ist so unglaublich!!!

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Die Schwärmerei geht weiter…

Habt ihr früher mit euren Geschwistern auch manchmal das „Smart-Spiel“ auf Autofahrten gespielt? Wenn man einen Smart sieht, darf man den anderen auf die Schulter hauen. Ja, wir konnten das Spiel hier mit dem Wildlife spielen. Streifenhörnchen, Kaninchen, Wölfe, Bambis, Rehe, ein Elch und sogar drei Grislibären (!!!!!) gehörten hier zu unseren alltäglichen Begegnungen. Das ist der absolute Wahnsinn, wenn du morgens ausm Club nach Hause fährst und ein Wolf vor deiner Nase längs läuft. Aaaah ich kann gar nicht aufhören, zu schwärmen.

Ein weiteres Highlight hier: ein Ausritt durch die Rocky Mountains. Auf dem Rücken meines Lieblingstieres die Gegend zu erkunden, war für mich ein Erlebnis, das ich nie nie nie vergessen werde. (Auch wenn es western und nicht englisch war, kamen Tumbler Weed und ich super zurecht!!)

Dieser Ort war für uns auch das erste Mal, dass wir nicht in einem Airbnb (private Unterkunft oder Zimmer), sondern in einem Hostel gewohnt haben. Ich muss zugeben, dass es mir keinen Spaß bringt, mit 4 fremden Menschen in einem Zimmer zu schlafen. Es gibt immer zwei Arten von Mitbewohnern.. Die, die nachts um eins mit einer Pizza und Räucherstäbchen (?!) ins Zimmer kommen und die, die du so gerne hast, dass du gleich die nächsten Tage mit ihnen verbringst (Grüße an Philipp ❤). War aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert.

 

Jetzt sitzen wir in einem völlig überfüllten Bus nach Vancouver und müssen diesem Ort auf Wiedersehen sagen. Aber auf keinen Fall Tschüss!! Ich komme wieder!!

Trotzdem freue ich mich auf unseren nächsten Stop, Seattle. Amerika wir kommen !!!

Liebe Grüße

Eure Riri

Einfach mal ‚Ja‘ sagen!

Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich, so fröhlich?

Es gibt eine super einfach Antwort auf diese Frage! Ich sage ‚ja‘. Ich sage zu allem, das mir auch nur annähernd gut tun könnte, ‚ja‘. Das klingt jetzt, als würde ich den Film „Der Ja-Sager“ ausleben… tue ich vielleicht auch ein bisschen, nur dass ich keineswegs dazu gezwungen bin, sondern es tue, weil ich gemerkt habe, dass ich so unglaublich glücklich bin. Ich sage ‚ja‘ zu nem leckeren Burger, weil Essen mir immer gut tut. Ich sage ‚ja‘ zu allen möglichen Wandertrips, weil ich jedes Mal bei der Aussicht am Ende vor Glück fast weinen muss. Ich sage ‚ja‘, wenn sich jemand mit mir treffen will, weil ich es liebe, neue Leute kennenzulernen. Es klingt so simpel, ich habs aber noch nie gemacht. Es gab immer irgendwelche Ausreden. Nein, ich will nicht fett werden. Nein, ich will mich nicht anstrengen. Nein, die könnten blöd sein.
Ich sage ‚ja‘ und auf einmal zeigen sich mir so viele Möglichkeiten und ich bekomme eine andere Sicht auf die Dinge.
Warum nicht einfach mal ‚ja‘ sagen? Was hast du zu verlieren? Sei spontan, sei draufgängerisch, sei glücklich! Es ist tatsächlich so einfach wie es klingt. Auch bei Sachen, die vielleicht etwas kosten, sage ich ja. Ich überlege zwar gründlicher, ob es mich wirklich glücklich macht, wenn ich jetzt ‚ja‘ sage, aber am Ende heißt es JA, wenn es zu meinem Glück beitragen könnte. Ich schmeiß jetzt nicht mit dem Geld um mich (keine Panik Mutti).. viele Momente, denen ich zustimme, sind auch einfach unbezahlbar.

Probiert es mal aus. Sagt mal für einen Tag oder eine Woche einfach ‚ja‘ zu den Dingen, die euch glücklich machen könnten. Und im Gegenzug werdet euch auch bewusst, wo ihr nein sagen müsst, weil es nicht gut für euch ist. Das ist genauso wichtig für mein Rezept zum Glücklichsein. Macht euch Gedanken darüber, welche Dinge oder vielleicht auch Menschen nicht gut für euch sind und sagt ’nein‘ zu ihnen. Einfach immer die Frage im Hinterkopf behalten „macht mich das jetzt glücklich?“ und wenn die Antwort ‚ja‘ lautet, dann legt los!! Warum nicht??:)

Liebe Grüße

Eure Riri

Mein Gesicht im Internet

Was gehört alles ins Internet und wie persönlich „darf“ man sich öffentlich darstellen?

Grade meine Familie fragt mich oft, ob das normal ist, so persönliche Gedanken im Internet zu posten, so viel von sich preiszugeben. Ich weiß nicht, ob das normal ist. Für mich ist es auf jeden Fall nichts außergewöhnliches. Ich bin mit dem Internet aufgewachsen und mein Bezug zu den Medien ist bisher immer sehr positiv gestimmt gewesen. Ich sehe die Medien und das Internet nicht wie viele andere als die böse neue Technologie, die gefährlich sein könnte. Für mich sind es viel mehr Möglichkeiten und Chancen, den Leuten etwas von mir zu erzählen und ihnen vielleicht das ein oder andere mit auf den Weg zu geben.

Und ja, manchmal poste ich persönliche Bilder oder Gedanken. Das tue ich, um mich den Menschen zu erklären. Es gibt auch im realen Leben Menschen, die dir weniger von sich erzählen und eben die (zu denen ich zähle), die wie ein offenes Buch zu lesen sind. Für mich persönlich liegt wenig Unterschied, ob ich das im realen Leben tue oder im Internet meine Texte schreibe.
Wichtig dabei ist meiner Meinung nach, dass ich die Kontrolle darüber habe, was ich von mir preisgebe. Und ja, dann poste ich mal ein Bild mit meinem Papa, was für mich sehr persönlich ist. Jedoch wissen sowieso alle Bescheid und es gibt auch keinen Grund, sich zu verstecken (für mich).

Tatsächlich hat es für mich sogar was „tröstendes“ (Füßchen, weil ich nicht weiß, ob das das richtige Wort ist).
Früher war ich ein Mädchen, das viel ausgehalten hat und darüber geschwiegen hat, Mitleid wollte ich auf keinen Fall. Doch irgendwann habe ich gemerkt, dass es mir persönlich viel mehr hilft, wenn ich Unterstützung bekomme, wenn ich mich den Leuten mitteile.

Ich schaue mir wirklich gerne diese perfekten Instagram Seiten an, bei denen immer die Sonne scheint, nie jemand ein Pickel im Gesicht hat und jeden Tag ein Blogger-Burger gegessen werden kann, ohne auch nur einen Gramm zuzunehmen. Ich stehe auf perfekte Dinge. Aber viel lieber mag ich eigentlich Blogs oder Instagram Accounts, auf denen sich ein Mädchen auch mal ungeschminkt und verschwitzt nachm Sport zeigt (Sophiedrie auf Instagram ist da ein tolles Beispiel). Versteht ihr worauf ich hinaus möchte? Ich möchte meinen Freunden und den anderen Leuten, die sich meine Profile anschauen, keine perfekte Travel-Fashion-Welt präsentieren, sondern mich. Und zu mir gehören nunmal auch meine 3 Speckfalten und vor allem meine Gefühle.

Mein Papa hat heute Geburtstag und ich kann ihm nicht gratulieren. Soll ich jetzt ein Bild posten, auf dem ich lächele? Nein. Es ist okey, dass man traurig ist. Und es ist okey, dass man dafür Mitleid bekommt. Dafür braucht man sich meiner Meinung nach nicht schämen oder es im Internet verstecken, um eine Scheinwelt aufrecht zu erhalten.

Liebe Grüße

Eure Riri

#Happyme

#Happyme habe ich immer schon gerne benutzt. Früher jedoch immer mit diesem albernem Hinterton. Mittlerweile geht das auch ohne!

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Happy all day, every day

Wir sind jetzt knapp einen Monat hier, ich bekomme das Grinsen nicht mehr von meinem Gesicht und mir geht es so gut wie noch nie. Auch wenn mein liebster Reisepartner mich stets begleitet, hatte und habe ich viel Zeit, um mich mit mir selbst zu beschäftigen und nachzudenken. Wundervoll. Auf der einen Seite werden Sachen vielleicht mal kritisch betrachtet und genauer von mir unter die Lupe genommen, ich zerdenke gerne Sachen. Auf der anderen Seite entwickelt sich eine gewisse Grundzufriedenheit mit der Zeit. Warum? Ich habe viel darüber nachgedacht, wer ich bin. Und da ich das jetzt (glaube ich) herausgefunden habe, kann ich mich auch so verhalten, so leben, wie es gut für mich ist.

Ein kleiner Punkt dabei ist zum Beispiel meine äußere Erscheinung. Ich war nie das Mädchen, dass sich doll geschminkt hat oder so… aber ein bisschen Concealer auf den Augenringen und ein paar Striche mit dem Augenbrauenstift mussten schon sein, ganz ohne Schminke bin ich (außer zu meinen Abiprüfungen ) nie zur Schule gegangen. Das ist in Berlin dann schon sehr abgeschwächt, weil Berlin einfach cool ist 😀 Und hier habe ich es komplett „aufgegeben“. Wenn man alles, was man mitnehmen möchte, in einen Rucksack stopfen muss, überlegt man zwei Mal, was man wirklich braucht. Und außer Shampoo, Zahnbürste, Zahnpasta und Haarbürste benötige ich nichts aus meiner Kulturtasche. Teockenshampoo, Haaroil, Gesichtscreme und Augenbrauenstift wurden erstmal nach gaaaanz unten in den Rucksack befördert. Ich mag mein „neues“ Ich.

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Zweite Sache: Ich nehme hier glaube ich trotz unzähliger Wanderungen ein bisschen zu. Als Backpacker ist es einfach nicht möglich, immer frisch zu kochen und das kanadische Fastfood ist wirklich gut. Dann hab ich kurz überlegt hier wieder ein bisschen Diät zu machen. Aber warum zum Teufel?! Dann werde ich halt ein bisschen runder, wenn es mir in Deutschland nicht mehr gefällt, kann ich es ja wieder abnehmen. Aber möchte ich wirklich hier auf den besten Taco Kanadas oder Waffeln mit Ahornsirup verzichten, um auf meine Figur zu achten? Ich glaube nicht.

Und ebenso wie die äußerlichen Merkmale hat sich auch an der Einstellung zu meinem Character etwas geändert. Ich war immer schon sehr zufrieden mit mir und es war mir egal, was andere Leute über mich gedacht haben #sidecut. Aber hier bin ich einfach noch viel zufriedener und glücklicher mit mir selbst geworden. Ich brauche nichts und niemanden, um wirklich glücklich zu sein, Danke Kanada, dass du mich das merken lassen hast. Hat wirklich lange gedauert, aber besser später als nie…

Das sind also meine Gedanken an einem Mittwoch Abend 😀 Glücklichsein ist so einfach, probiert es mal aus, bringt Spaß!

Liebste Grüße

Eure Riri

Ich hasse es. Es tut weh. Ich will mich drüber aufregen, aber es bringt doch nichts. Ich will helfen, aber weiß nicht, wie. Ich möchte, dass es aufhört.

Ist es das? Wird es so sein? Wöchentlich von einem Angriff des Terrors zu hören, wird das normal für meine Kinder? Bitte nicht. Es ist glaube ich klar, dass ich keinerlei Verständnis für diese schrecklichen Taten des Terrors habe, im Gegenteil hasse ich diese Menschen sogar vom tiefsten Herzen, auch weil sie ihre Taten mit dem Glauben begründen. Glauben gibt Hoffnung, Glauben gibt Kraft, Glauben gibt Leben! Sie benutzen ihn als Ausrede, um Leben zu nehmen.
Eine sehr gute Freundin von mir lebt zur Zeit in London. Das Gefühl im Bauch, wenn man hört, dass bei ihr in der Nähe solch schreckliche Dinge passieren, die Sorge, die Angst. Die ist nicht annähernd damit zu vergleichen, was Leute fühlen müssen, die selbst Opfer oder Angehörige sind. Ich kann und will mir dieses Gefühl nicht vorstellen. Ich bin entsetzt, sprachlos, immer wieder.

Ich will nicht, dass ich meinem Reisepartner sagen muss „schon wieder ein Angschlag“, als wäre das was völlig normales. Es tut weh, zu wissen, dass kein greifbares Ende dieses Schreckens in der Nähe liegt. Meine Meinung zu diesen Menschen ist schwer auszudrücken. Was ich aber sagen kann, ist, dass es dem Terror nichts bringt, diese Menschen zu verletzen oder zu töten. Niemals wird die Freiheit, das Glück, der eigene Glaube, die Menschlichkeit und der Zusammenhalt einbrechen. Im Gegenteil. Diese Dinge werden mit jedem Herzen, das uns genommen wird, noch viel größer. Die Vereinigung gegen eine Schreckensherrschaft wird stärker.
Ich möchte allen Beteiligten mein herzliches Beileid aussprechen und jedem die Kraft wünschen, die er gerade braucht, um stark zu bleiben. Wir sind stark. Das wird keiner ändern.

Ich musste mich zu diesem Thema einmal aussprechen. Ich kann den Mund nicht halten, es tut mir leid.

Schwärmerei oder pure Perfektion

Seit ich on Tour bin, handeln meine Beiträge nur noch davon, wie toll es hier ist, wie glücklich ich bin und ich gerate gerne ins „schwärmen“… heute also mal ein paar Gedanken dazu.

Vielleicht würde ein „guter“ Blog auch mal auf kritischere Themen eingehen, Dinge aus einer anderen Sichtweise betrachten, sich den „wichtigen Dingen“ im Leben widmen. „Guter“ jedoch mit Füßchen, weil mir noch nicht ganz bewusst ist, was einen guten Blog ausmacht. Für mich geht es hier darum, meinen Freunden, meiner Familie und sonst allen Leuten, die es interessiert, regelmäßig ein Update zu liefern und sie mit auf meine Reise zu nehmen. Für mich ist ein guter Blog ein Blog, den die Leute gerne lesen, bei dem sich die Leute über neue Beiträge freuen, ganz egal um welche Themen es geht. Ich hoffe natürlich, dass alle, die tatsächlich manchmal auf diesen Link klicken, meine Beiträge gerne lesen und freue mich deshalb immer über Feedback.

Jetzt mal zu der ganzen Schwärmerei. Natürlich, ich könnte auch mal über unsere „Probleme“ hier berichten. Es kommt mal vor, dass wir in einem Ort keine Unterkunft finden, dass wir Probleme mit der Kreditkarte oder dem Handy Vertrag haben, aber wen juckt’s? Uns nicht, deswegen sehe ich diese Sachen auch nicht als kritisch genug, um sie euch mitzuteilen. Also erzähle ich euch von dem Rest. Und dieser Rest ist einfach perfekt. Das ist keine Schwärmerei, das ist meine Sicht auf die wundervollen Dinge, die ich hier erlebe.
Also Perfektion. Die, die mich ein bisschen besser kennen, wissen, dass ich immer alles perfekt haben muss. Der Abiball musste perfekte geplant werden, meine Zukunft soll perfekt geplant werden, meine Freundschaften sind perfekt, eine Beziehung soll perfekt sein. Und endlich habe ich mit dieser Reise etwas gefunden, dass wirklich perfekt ist. Ich bin so glücklich. Ich erlebe so viele unglaubliche Dinge und niemand kann mir diese Perfektion nehmen, weil es nur durch mein Verständnis und meine Sicht auf die Situationen so perfekt wird. „Does that makes sense?“ – wie mein Surflehrer stets nach seinen Erklärungen fragt 😀 also versteht ihr ungefähr, wie ich das meine? Zusammengefasst: Riri ist glücklich. Riri hat die Zeit ihres Lebens. Keiner kann das Riri wegnehmen.

IMG_4045Ps: Im pazifischen Ozean zu surfen, gehört wohl zu den perfektesten Erlebnissen hier 😀

Liebe Grüße aus dem Paradies

Eure Riri

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